Mitmachstunde – Spiel mit mir!
In der heutigen Turnstunde beim Eltern-Kind-Turnen sollten die lieben Mamas (und am heutigen Tage zufälligerweise nicht anwesenden Papas, Omas, Opas, Tanten, etc.) über das übliche Maß hinaus richtig mitmachen.
Unser harmloser Stundeneinstieg verlief wie immer. Ab in Jöckers (1,2,3 im) Sauseschritt durch die Halle (die kleinen Geschwisterkinder der älteren Turner der Vorgruppe wollten die Halle plötzlich nicht mehr verlassen…) und dann wie der Wind von einer Seite an die andere gesaust. Es ist schön zu sehen, dass das Rückwärtslaufen inzwischen bei den “alten Hasen” ganz gut klappt.
Danach sah der Stundenentwurf die Offenbarung meines Plans vor. Da aber lauter liebe Mamas bei uns in der Turngruppe sind, verzichtete ich darauf, die Türe zu schließen.
Eröffnet wurde die Mitmachstunde unfreiwillig von meinem überraschend früh anwesenden Ehemann (bei zwei eigenen Kindern in der Gruppe bot es sich in einer Mitmachstunde an, ihn zur Anwesenheit zu nötigen). Sein Handy klingelte…. Spontan änderte ich den Einstieg und fragte in die Runde, ob die Kinder das nicht auch zu Hause nervt. Immer wenn man mal mit Papa und Mama spielen will, kommt irgendwas dazwischen – oft eben das Telefon bzw. eben Handy. Nirgends ist man vor diesem Ding sicher, auch nicht auf dem Spielplatz oder im Freibad, etc.
Also musste dieses Ding erstmal weg. So legte ich unser ausgemustertes Handy auf den Hallenboden und holte eine dicke Weichbodenmatte. Diese ließ ich auf das nervende Gerät fallen. Jetzt war es erstmal weg! (An dieser Stelle ändere ich den echten Stundenverlauf in den geschickteren – ich ließ das Handy nämlich schon jetzt bergen. Mehr Sinn macht es natürlich am Ende der Stunde).
Dann ging es los. Zu “Spiel mal was mit mir” (CD Maeuse-Fanten Pop V.1 Ab 3) durften die Kinder erstmal auf Mamas Beinen fliegen. Dazu lagen die Mütter auf dem Rücken, stellten die Fußsohlen gegen den Bauch (idealerweise unterhalb des Magens) der Kinder, fassten sie auf die Hände und streckten dann die Beine zur Decke hin aus (Kinder lagen dann parallel zum Boden auf dem Fußsohlen der Mutter in der Luft).
Anschließend durften die Kinder mal auf den Mamas reiten und wir machten eine Runde auf allen vieren. Auf den Einwurf einer Mutter, dies würde ja so ewig dauern erhöhten wir das Tempo…
Zu guter Letzt rollten wir noch mit unserem Nachwuchs über den Boden.
Obwohl wir vom Inhalt des Liedes nichts mitbekamen (um ehrlich zu sein, war der auch völlig irrelevant), hörte doch jeder dessen Ende, denn es kündigte auch das Ende des “Vorabspiels” an.
Nun ging es auf der Eisenbahn zum Turnen.
Stationen gab es diesmal mehr, wobei die Laufstation sich irgendwie einfach in Luft auflöste, was selbst mir es nach der Stunde auffiel. Sie hätte aus mehreren Pylonen bestehen sollen, die einen Laufparcours markieren. Die Mütter sollten ihre Kinder auf ihre eigenen Füße Stellen und dann mit ihnen den Parcours ablaufen. Vermutlich haben unsere Miniturner während des Aufbaus die Hütchen verschleppt, denn beim Aufräumen kam mir meine Tochter mit einem entgegen und fragte nach dessen Platz im Geräteraum. Also muss er irgendwo draußen gewesen sein…
Die nächste (wirklich existente) Station bestand aus einer in die Sprossenwand eingehängten Bank und einem Rollbrett. Die Mamas sollten sich da drauf legen und mit dem Nachwuchs auf dem Rücken unten durch rollen. Ein expliziter Hinweis darauf, dass die Kinder den Kopf beim der Fahrt unter der Bank durch den Kopf einziehen sollten wäre für den einen oder anderen Kopf gesünder gewesen. Aber es fuhren ohnehin die wenigsten den geplanten Weg. Nachdem ich nämlich einer Mutter mit meiner Tochter den ursprünglichen Plan gezeigt hatte, schossen plötzlich unzählige Kinder auf Rollbrettern durch die Halle… (Geplant war, dass die Kinder sich allein auf die Bretter legen und von der Mutter dann so weit wie möglich vorwärts geschoben werden. Also ähnlich wie Speerwerfen ohne Speer dafür auf dem Boden mit Rollbrett und Nachwuchs. In der Vorbereitung war ich mir nicht sicher, wie gefährlich das mit unserem Chaostrupp sein würde. Aber wozu macht man als spontaner Mensch pläne, wenn nicht, um sie umzuwerfen… Und da unsere Gruppe ja recht klein ist, gab es immer noch ausreichend Platz in der Halle, um die Kinder wild herum zu rollen.)

Miteinander unten durch
Weiter war geplant, dass die Mamas sich an die Ringe hängen, die Kinder mit ihren Beinen umklammern und dann ein wenig schaukeln. Allerdings hatte ich mit Müttern und Kindern Mitleid und hängte eine Querstange zwischen die Ringe ein, sodass wir eine Schaukel hatten. Den Kindern machte es so auch mehr Spaß.
(Da ich mal wieder meine Kamera zwar dabei hatte, aber das Knipsen vergessen habe, muss hier die Phantasie herhalten, denn die Komplexität der Station verleitete mich dazu, auf das Aufbaubild zu verzichten).
Das gemeinsame Springen fand leider nicht wirklich statt. Dabei hatte ich extra ein Geländer beim Aufgang auf den Kasten über die Bank eingebaut (Stufenbarren). So hätten auch die kleinen vor der Mama her alleine hoch laufen können. Aber so ist es eben manchmal. Die Menschen machen einfach das was sie wollen statt das, was ich will. (Nach dem Aufstieg hätte die Mutter erst abspringen sollen und dann das Kind auffangen, sofern nötig).

Miteinander springen
Zuletzt gab es dann noch die Balance-Station. Hier war gedacht, dass die Mütter neben ihrem Nachwuchs über eine auf zwei Kästen liegende Bank laufen. Dazu war die Station extra an einer Wand aufgebaut, sodass die Kinder auf der Wandnahen Bank zur einen Seite die Mutter, zur anderen Seite die definitiv nicht von Höhenangst geplagte Wand hatten. Im Anschluss an die Station standen noch Kastenteile, die überstiegen oder durchkrabbelt werden konnten.

Gemeinsam oben drüber
Nun. Die meiste Zeit schossen die Kinder auf den Rollbrettern durch die Halle. Meine Tochter stellte sich dabei vor, auf einem Pferd zu reiten und führte dieses regelmäßig in den Stall (unter die Bänke der “Gemeinsam oben drüber”-Station), um dann schnell die Brücke über den reißenden Fluss zu überqueren (der Stall löste sich in dieser Zeit wohl in Luft auf). Ich kann nur hoffen, dass auch die anderen Kinder ähnlich viel Freude an der Stunde hatten.
(Und nun wieder der geschummelte korrigierte Stundenentwurf – eigentlich habe ich das ja schon zu Beginn gemacht…)
Nun durften die Kinder das Handy unter der Matte wieder retten. Dazu sollten sie ohne Hilfe der Erwachsenen die Matte anheben, während die Mamas schnell drunter krabbeln mussten, um es zu holen. Und voller Stolz kann ich sagen, dass die Kinder dies auch wirklich geschafft haben. Gemeinsam hoben sie die große Weichbodenmatte lange genug an, damit eine Mama das nervige Teil hervor ziehen konnte.
Dann bauten wir ab und es ging zurück nach Großostheim.
Nach den Abschlussliedern öffneten wir noch das vorletzte Kistchen unseres Adventskranzes (es ist erstaunlich wie viele Kinder ich seit der Adventszeit immer direkt neben mir sitzen habe….). Diesmal Luftballons für Wasserbomben drin. Dann auch im Winter macht es in der Wanne einen irren Spaß, mit ihnen zu spielen, sie die Wannenschräge herab rollen zu lassen, etc.
Ich hoffe, die Mamas haben auch noch zu Hause Spaß.
Geschrieben von admin am Dienstag 15. Dezember 2009





















